Die Sportwissenschaften verlieren ihr bewegungskulturelles Gedächtnis - ein schrecklicher Gedanke, der sich durch die Universität Wien zieht. Die Sportpädagogik, die lange Zeit an der Universität Wien eine wichtige Rolle gespielt hat, wird immer mehr reduziert.
Die Sportwissenschaft ist nicht nur Naturwissenschaft, sondern auch Geisteswissenschaft. Doch in der aktuellen Situation wird die Geisteswissenschaft eher vernachlässigt als die Naturwissenschaft. Die Universität Wien verfügt über ein umfangreiches Archiv, das sich auf die Geschichte des Sports konzentriert. Doch diese Sammlung wird teils zerstört und teils in ein Lager ausgelagert.
Der emeritierte Sportpädagoge am ISBW, Michael Kolb, protestierte gegen die Reduzierung der Sportpädagogik. "Vergeblich", sagt er, denn die Führung des ISBW stellt sich taub gegen Kritik ab. Die Regierung Schüssel habe mit ihrer Reform die Mitbestimmung in der Universität gekillt und ein diskursfeindliches System installiert.
Es geht ums Geld. Die Universität Wien hängt am Tropf der Drittmittelgeber. Forschung zu Sporternährung, Trainingswissenschaften, Data Science und Biomechanik bringt Fördermittel aus der milliardenschweren Ernährungs-, Freizeit-, Gesundheits- oder Sportgeräteindustrie. Die Sportgeschichte erzählt nicht ökonomisierbare Geschichten wie die von der ersten Österreichrundfahrt 1949, als in Radio und Zeitungen der Siegeszug "unseres Helden" Richard Menapace bejubelt wurde.
Die traditionelle Sportpädagogik wird durch das Menschenoptimierungsthema durch den ISBW-Vorstand Norbert Bachl ersetzt. Das Menschenoptimierungsprogramm ist ein Beispiel für die Maschinenwelt, sagt der Journalist und Psychotherapeut Johannes Kaup. "Im Spitzensport scheitern viele an dieser Maxime", sagt er.
Die Sportwissenschaften tragen die moralische und moralisierende Botschaft des "Besserseins" und der "Natürlichkeit" in sich, die sie für Konsumgesellschaft, Kindererziehung und Machtpolitik gleichermaßen unverdächtig macht. Der Trick ist uralt und funktioniert noch immer. Solange die USA bei den Olympischen Sommerspielen dem Rest der Welt ihre Überlegenheit beweisen, indem sie die Medaillenwertung gewinnen.
Die Reduzierung der Sportpädagogik ist ein weiterer Schritt in Richtung des Verlustes eines wichtigen Teils unserer Bewegungskultur. Wir sollten uns fragen, was wir als Gesellschaft loslassen wollen und was wir für unsere Kinder und Jugendliche tun können, um ihnen die notwendige Ausbildung zu geben.
Die Sportwissenschaft ist nicht nur Naturwissenschaft, sondern auch Geisteswissenschaft. Doch in der aktuellen Situation wird die Geisteswissenschaft eher vernachlässigt als die Naturwissenschaft. Die Universität Wien verfügt über ein umfangreiches Archiv, das sich auf die Geschichte des Sports konzentriert. Doch diese Sammlung wird teils zerstört und teils in ein Lager ausgelagert.
Der emeritierte Sportpädagoge am ISBW, Michael Kolb, protestierte gegen die Reduzierung der Sportpädagogik. "Vergeblich", sagt er, denn die Führung des ISBW stellt sich taub gegen Kritik ab. Die Regierung Schüssel habe mit ihrer Reform die Mitbestimmung in der Universität gekillt und ein diskursfeindliches System installiert.
Es geht ums Geld. Die Universität Wien hängt am Tropf der Drittmittelgeber. Forschung zu Sporternährung, Trainingswissenschaften, Data Science und Biomechanik bringt Fördermittel aus der milliardenschweren Ernährungs-, Freizeit-, Gesundheits- oder Sportgeräteindustrie. Die Sportgeschichte erzählt nicht ökonomisierbare Geschichten wie die von der ersten Österreichrundfahrt 1949, als in Radio und Zeitungen der Siegeszug "unseres Helden" Richard Menapace bejubelt wurde.
Die traditionelle Sportpädagogik wird durch das Menschenoptimierungsthema durch den ISBW-Vorstand Norbert Bachl ersetzt. Das Menschenoptimierungsprogramm ist ein Beispiel für die Maschinenwelt, sagt der Journalist und Psychotherapeut Johannes Kaup. "Im Spitzensport scheitern viele an dieser Maxime", sagt er.
Die Sportwissenschaften tragen die moralische und moralisierende Botschaft des "Besserseins" und der "Natürlichkeit" in sich, die sie für Konsumgesellschaft, Kindererziehung und Machtpolitik gleichermaßen unverdächtig macht. Der Trick ist uralt und funktioniert noch immer. Solange die USA bei den Olympischen Sommerspielen dem Rest der Welt ihre Überlegenheit beweisen, indem sie die Medaillenwertung gewinnen.
Die Reduzierung der Sportpädagogik ist ein weiterer Schritt in Richtung des Verlustes eines wichtigen Teils unserer Bewegungskultur. Wir sollten uns fragen, was wir als Gesellschaft loslassen wollen und was wir für unsere Kinder und Jugendliche tun können, um ihnen die notwendige Ausbildung zu geben.