FlussFuchs
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Die freie Szene ist voll - nicht von Künstlern, sondern von Besorgnis und Verwirrung. Die neue Zuverdienstregelung hat die Geschäftsführerin der IG Freie Theaterarbeit Ulrike Kuner besorgt.
"Wir stellen eine große Verunsicherung fest", sagt Kuner im Gespräch mit dem STANDARD. "Jede zweite Anfrage, die derzeit die IG Freie Theaterarbeit erreicht, betrifft die neue Zuverdienstregelung."
Kuner erklärt, dass die Regelung es Künstlern und Künstlerinnen verboten würde, neben ihrer Arbeit in einer Produktion auch Aufträge wie Lesungen oder Moderationen annehmen zu können. "Das ist das gängige Einkommensmodell für freischaffende Künstlerinnen und Künstler", sagt Kuner.
Die Entscheidung wurde vom Sozialministerium getroffen, hat Kuner bestätigt. Das Ziel dahinter sei es, mehr Menschen in Vollzeitanstellungen zu bringen, erklärte sie.
Aber die freie Szene ist nicht begeistert von der Regelung. "Wir gehen nicht davon aus, dass die neue Regelung absehbar zurückgenommen wird", sagt Kuner.
Die Steiermark sei jedoch ein Ausnahmefall. Die Budgets für die freien Gruppen sind in etwa gleich geblieben. Natürlich nicht indexangepasst. Auch die Anzahl der geförderten Projekte ist nicht gesunken, und bei der Vierjahresförderung konnten drei Gruppen nachrücken.
Aber die Steiermark hat auch ihre eigenen Probleme. Die Universalmuseum Joanneum und die Theaterholding müssen viel sparen. Das IG Netz, ein Sozialtopf für Gruppen, hat in der Steiermark einen Sparschub bekommen.
Die Vorwürfe, dass die neue Regelung von parteilicher Umsteuerung durch die FPÖ kommt, lautet Kuner jedoch nicht aus. "Wir beobachten, dass die Antragsteller auch Modelle und Projekte für die Volkskultur entwickeln, um ebenso dort ins Konzept zu passen", erklärte sie.
Die Freie Szene sehe Kuner derzeit keine Bedrohung durch Sparzellen. Die Budgets für die freien Gruppen sind in etwa gleich geblieben. Natürlich nicht indexangepasst. Auch die Anzahl der geförderten Projekte ist nicht gesunken, und bei der Vierjahresförderung konnten drei Gruppen nachrücken.
Aber die Abschaffung der ORF-Abgabe im Jahr 2027 sei ein Problem, das Kuner besorgt macht. "Ein Wahlversprechen", erklärte sie.
Die neue Regelung trage auch zu einer Vielfalt-krise in der Freien Szene bei. Die großen Produktionen, die international gefragt sind, könnten weniger produziert werden, weil es kaum möglich ist, mehr als drei Leute auf die Bühne zu bringen. "Das geht sich lediglich für jene aus, die eine Konzeptförderung erhalten", erklärte Kuner.
Kuner pladiert jedoch für ein Haus für Wien, das nicht kuratiert ist. Sie brauche Arbeits- und Begegnungsräume, um ihre Arbeit zu machen. "In Wien müssen die Gruppen sogar für die Zwischennutzung in der Semmelweisklinik zahlen", erklärte sie.
"Wir brauchen da einen niederschwelligen Hotspot, der kontinuierliches Arbeiten und Begegnung ermöglicht – auch ohne Förderung."
"Wir stellen eine große Verunsicherung fest", sagt Kuner im Gespräch mit dem STANDARD. "Jede zweite Anfrage, die derzeit die IG Freie Theaterarbeit erreicht, betrifft die neue Zuverdienstregelung."
Kuner erklärt, dass die Regelung es Künstlern und Künstlerinnen verboten würde, neben ihrer Arbeit in einer Produktion auch Aufträge wie Lesungen oder Moderationen annehmen zu können. "Das ist das gängige Einkommensmodell für freischaffende Künstlerinnen und Künstler", sagt Kuner.
Die Entscheidung wurde vom Sozialministerium getroffen, hat Kuner bestätigt. Das Ziel dahinter sei es, mehr Menschen in Vollzeitanstellungen zu bringen, erklärte sie.
Aber die freie Szene ist nicht begeistert von der Regelung. "Wir gehen nicht davon aus, dass die neue Regelung absehbar zurückgenommen wird", sagt Kuner.
Die Steiermark sei jedoch ein Ausnahmefall. Die Budgets für die freien Gruppen sind in etwa gleich geblieben. Natürlich nicht indexangepasst. Auch die Anzahl der geförderten Projekte ist nicht gesunken, und bei der Vierjahresförderung konnten drei Gruppen nachrücken.
Aber die Steiermark hat auch ihre eigenen Probleme. Die Universalmuseum Joanneum und die Theaterholding müssen viel sparen. Das IG Netz, ein Sozialtopf für Gruppen, hat in der Steiermark einen Sparschub bekommen.
Die Vorwürfe, dass die neue Regelung von parteilicher Umsteuerung durch die FPÖ kommt, lautet Kuner jedoch nicht aus. "Wir beobachten, dass die Antragsteller auch Modelle und Projekte für die Volkskultur entwickeln, um ebenso dort ins Konzept zu passen", erklärte sie.
Die Freie Szene sehe Kuner derzeit keine Bedrohung durch Sparzellen. Die Budgets für die freien Gruppen sind in etwa gleich geblieben. Natürlich nicht indexangepasst. Auch die Anzahl der geförderten Projekte ist nicht gesunken, und bei der Vierjahresförderung konnten drei Gruppen nachrücken.
Aber die Abschaffung der ORF-Abgabe im Jahr 2027 sei ein Problem, das Kuner besorgt macht. "Ein Wahlversprechen", erklärte sie.
Die neue Regelung trage auch zu einer Vielfalt-krise in der Freien Szene bei. Die großen Produktionen, die international gefragt sind, könnten weniger produziert werden, weil es kaum möglich ist, mehr als drei Leute auf die Bühne zu bringen. "Das geht sich lediglich für jene aus, die eine Konzeptförderung erhalten", erklärte Kuner.
Kuner pladiert jedoch für ein Haus für Wien, das nicht kuratiert ist. Sie brauche Arbeits- und Begegnungsräume, um ihre Arbeit zu machen. "In Wien müssen die Gruppen sogar für die Zwischennutzung in der Semmelweisklinik zahlen", erklärte sie.
"Wir brauchen da einen niederschwelligen Hotspot, der kontinuierliches Arbeiten und Begegnung ermöglicht – auch ohne Förderung."