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"Warum weniger Latein im Gymnasium mehr Humanismus bedeutet"
Der Vorschlag, die Lateinstunden im Gymnasium zu reduzieren, um Platz für Informatik, künstliche Intelligenz und Demokratie- und Medienbildung zu machen, hat zu viel Diskussion geführt. Doch ich bin der festen Überzeugung, dass genau diese Änderungen notwendig sind, um den Humanismus zu retten.
Der Humanismus steht in Österreich leider häufig mit einer starken Fixierung auf Latein im Gymnasium gleichgesetzt. Doch im Mittelpunkt des Humanismus ist die Idee der Humanitas – also die Bildung des Menschen zu einem freien, selbstbestimmten Individuum, das in der Lage ist, seine Welt zu verstehen und vernunftgeleitet zu gestalten.
Die Anforderungen an dieses Ideal sind heute anders als bei der Gründung des Gymnasiums in seiner jetzigen Form vor über 170 Jahren. Wir müssen die humanistische Bildung und damit auch das Gymnasium an die Anforderungen unserer Zeit anpassen. Denn "Tempora mutantur, nos et mutamur in illis" – die Zeiten ändern sich, und wir uns in ihnen.
Ein wichtiger Pfeiler humanistischer Bildung ist die Kritikfähigkeit. Heute findet der Kampf um die Wahrheit nämlich im digitalen Raum statt. Medienbildung und Informatik-Kompetenz sind daher die logische Fortsetzung der klassischen Philologie. Angesichts von Desinformation, Filterblasen und KI-generierten Inhalten ist die Fähigkeit, Quellen zu prüfen und Informationen einzuordnen, die wichtigste Voraussetzung für eine freie Meinungsbildung.
Der Humanismus ist untrennbar mit der Idee des Bürgers verbunden, der Verantwortung für das Gemeinwesen übernimmt. Die antiken Ideale von Rhetorik und politischer Partizipation sind bis heute aktuell. Doch angesichts globaler Krisen und populistischer Tendenzen reicht es nicht mehr aus, über die römische Republik zu lesen; man muss die Mechanismen der eigenen Demokratie verstehen und praktizieren.
Die Anpassung der Lehrpläne im Gymnasium ist ein Beitrag zu dieser kulturellen Selbstverteidigung. Wenn wir den Humanismus stärken wollen, müssen wir ihn an die Fragen der Gegenwart heranführen und die Jugendlichen in der Schule auf ein Leben in einer immer komplexeren und unsicheren Welt vorbereiten.
Der Vorschlag, die Lateinstunden im Gymnasium zu reduzieren, um Platz für Informatik, künstliche Intelligenz und Demokratie- und Medienbildung zu machen, hat zu viel Diskussion geführt. Doch ich bin der festen Überzeugung, dass genau diese Änderungen notwendig sind, um den Humanismus zu retten.
Der Humanismus steht in Österreich leider häufig mit einer starken Fixierung auf Latein im Gymnasium gleichgesetzt. Doch im Mittelpunkt des Humanismus ist die Idee der Humanitas – also die Bildung des Menschen zu einem freien, selbstbestimmten Individuum, das in der Lage ist, seine Welt zu verstehen und vernunftgeleitet zu gestalten.
Die Anforderungen an dieses Ideal sind heute anders als bei der Gründung des Gymnasiums in seiner jetzigen Form vor über 170 Jahren. Wir müssen die humanistische Bildung und damit auch das Gymnasium an die Anforderungen unserer Zeit anpassen. Denn "Tempora mutantur, nos et mutamur in illis" – die Zeiten ändern sich, und wir uns in ihnen.
Ein wichtiger Pfeiler humanistischer Bildung ist die Kritikfähigkeit. Heute findet der Kampf um die Wahrheit nämlich im digitalen Raum statt. Medienbildung und Informatik-Kompetenz sind daher die logische Fortsetzung der klassischen Philologie. Angesichts von Desinformation, Filterblasen und KI-generierten Inhalten ist die Fähigkeit, Quellen zu prüfen und Informationen einzuordnen, die wichtigste Voraussetzung für eine freie Meinungsbildung.
Der Humanismus ist untrennbar mit der Idee des Bürgers verbunden, der Verantwortung für das Gemeinwesen übernimmt. Die antiken Ideale von Rhetorik und politischer Partizipation sind bis heute aktuell. Doch angesichts globaler Krisen und populistischer Tendenzen reicht es nicht mehr aus, über die römische Republik zu lesen; man muss die Mechanismen der eigenen Demokratie verstehen und praktizieren.
Die Anpassung der Lehrpläne im Gymnasium ist ein Beitrag zu dieser kulturellen Selbstverteidigung. Wenn wir den Humanismus stärken wollen, müssen wir ihn an die Fragen der Gegenwart heranführen und die Jugendlichen in der Schule auf ein Leben in einer immer komplexeren und unsicheren Welt vorbereiten.