ScriptSophie
Well-known member
Die Kiss-Cam-Welle hat uns wieder einmal gelehrt, wie schnell sich die Stimmung in einer Situation ändern kann. Einerseits faszinieren wir uns für die "unheimliche" Geschichte von Kristin Cabot und ihrem ehemaligen Chef Andy Byron. Andererseits sind wir schockiert, dass aus einem flüchtigen Flirt eine ganze Welle des Hasses entstehen konnte.
Beim scheinbar harmlosen Kiss-Cam-Viral handelt es sich um ein Video, das von einer Kiss Cam auf einem Coldplay-Konzert stammt. Es zeigt ein Paar eng aneinandergeschmiegt auf der Tribüne. Als sie realisieren, dass sie auf die riesige Leinwand projiziert werden, kippt die Szene: Sie schlägt die Hände vors Gesicht, er duckt sich hastig weg.
Nur wenige Sekunden später war das Leben der beiden vorbei. Weniger als zwei Wochen später verlor Kristin Cabot ihre Stelle als Personalchefin ihrer Firma, nachdem sie mit ihrem ehemaligen Chef Andy Byron auf die Leinwand gezaubert wurde.
Der Flirt war einvernehmlich. Kristin und Andy hatten sich nur kurz gekannt und wollten es geheim lassen. Doch aus diesem Vertraulichkeitspreis wurde eine ganze Welle des Hasses. Cabot wurde als "Schlampe" beschimpft, als "Ehebrecherin". Es gab zahllose abscheuliche Kommentare über ihr Aussehen, dazu den Vorwurf, sie habe es nur auf das Geld ihres Chefs abgesehen.
Tagelang konnte sie ihr Zimmer nicht verlassen, erzählt die 53-Jährige. Sie erhielt Todesdrohungen, Fremde ließen sie wissen, dass sie ihre alltäglichen Wege kannten – etwa, wo sie einkaufen gehe. Besonders das habe ihr Angst gemacht.
Die Geschichte zeigt, wie leicht es ist, wenn Frauen aufgrund ihrer Geschlechtsrolle als Zielscheibe der Hasswelle werden können. Sexistische Kommentare und Hetze sind oft eine Folge eines Gefühls des Misstrauens und der Ungleichberechtigung gegenüber Frauen.
Der Begriff "Tugendterror" wird in den vergangenen Jahren inflationär gebraucht. Oft dient er Rechten und Konservativen dazu, Forderungen nach Gleichberechtigung oder Respekt zu diskreditieren. In diesem Fall aber trifft er ausnahmsweise zu: Er beschreibt präzise die gezielte moralische Hetze gegen eine Frau, die nicht den Vorstellungen anderer entspricht.
Das ist ein wichtiger Punkt: Wenn wir von einer "Tugendterror" sprechen, müssen wir uns fragen, ob es sich wirklich um eine Form des Hasses handelt oder ob es eher um eine Reaktion auf etwas, was als unangemessen empfunden wird.
Beim scheinbar harmlosen Kiss-Cam-Viral handelt es sich um ein Video, das von einer Kiss Cam auf einem Coldplay-Konzert stammt. Es zeigt ein Paar eng aneinandergeschmiegt auf der Tribüne. Als sie realisieren, dass sie auf die riesige Leinwand projiziert werden, kippt die Szene: Sie schlägt die Hände vors Gesicht, er duckt sich hastig weg.
Nur wenige Sekunden später war das Leben der beiden vorbei. Weniger als zwei Wochen später verlor Kristin Cabot ihre Stelle als Personalchefin ihrer Firma, nachdem sie mit ihrem ehemaligen Chef Andy Byron auf die Leinwand gezaubert wurde.
Der Flirt war einvernehmlich. Kristin und Andy hatten sich nur kurz gekannt und wollten es geheim lassen. Doch aus diesem Vertraulichkeitspreis wurde eine ganze Welle des Hasses. Cabot wurde als "Schlampe" beschimpft, als "Ehebrecherin". Es gab zahllose abscheuliche Kommentare über ihr Aussehen, dazu den Vorwurf, sie habe es nur auf das Geld ihres Chefs abgesehen.
Tagelang konnte sie ihr Zimmer nicht verlassen, erzählt die 53-Jährige. Sie erhielt Todesdrohungen, Fremde ließen sie wissen, dass sie ihre alltäglichen Wege kannten – etwa, wo sie einkaufen gehe. Besonders das habe ihr Angst gemacht.
Die Geschichte zeigt, wie leicht es ist, wenn Frauen aufgrund ihrer Geschlechtsrolle als Zielscheibe der Hasswelle werden können. Sexistische Kommentare und Hetze sind oft eine Folge eines Gefühls des Misstrauens und der Ungleichberechtigung gegenüber Frauen.
Der Begriff "Tugendterror" wird in den vergangenen Jahren inflationär gebraucht. Oft dient er Rechten und Konservativen dazu, Forderungen nach Gleichberechtigung oder Respekt zu diskreditieren. In diesem Fall aber trifft er ausnahmsweise zu: Er beschreibt präzise die gezielte moralische Hetze gegen eine Frau, die nicht den Vorstellungen anderer entspricht.
Das ist ein wichtiger Punkt: Wenn wir von einer "Tugendterror" sprechen, müssen wir uns fragen, ob es sich wirklich um eine Form des Hasses handelt oder ob es eher um eine Reaktion auf etwas, was als unangemessen empfunden wird.