"Bleibt Latein in der Schulen? Die Vergangenheit, die wir brauchen"
Karlheinz Töchterle, ehemaliger Wissenschaftsminister und klassischer Philologe, sieht den Rückzug von Latein als Unterrichtsfach nicht als eine große Überraschung. "Latein war seit der Antike zentrales Schulfach und erlebte durch Humboldts Reformen im Neuhumanismus gemeinsam mit Griechisch nochmals einen starken Aufschwung", erklärt er. Doch von diesem Höhepunkt im frühen 19. Jahrhundert ab, ging es bergab. "Die Fächer drängten ins Gymnasium hinein" und so ging der Rückzug von Latein weiter.
Töchterle selbst hat Erfahrungen mit Latein gemacht. Als Professor und auch als Politiker befasste er sich mit der Sprache und den Antiken. Er sieht die Welt aus einer "gewissen Distanz". Auch das kleinere Weltgeschehen wie die Debatte um eine Stunde Latein weniger oder doch nicht beeinflusst ihn.
Aber was ist mit der Bedeutung von Latein in der heutigen Gesellschaft? Töchterle sieht hier einen wichtigen Punkt. "Latein ist ein wichtiges Kulturgut, das noch rudimentär da ist", erklärt er. "Es kann verkleinert und verkleinert werden, aber irgendwann ist es eben weg." Das soll nicht passieren.
Töchterle schlägt vor, dass die Schulen eine stärkere Differenzierung der Sekundarstufe 2 durchführen und ein humanistisches Gymnasium etablieren sollten. Mit mehr Latein als jetzt und auch Griechisch. "Das heutige humanistische Gymnasium ist ja von der ursprünglichen Idee Humboldts sehr weit weg", kritisiert er.
KI ist kein Grund, Latein abzuschaffen. "Das ist lächerlich", sagt Töchterle. Er sieht KI als ein Unterrichtsprinzip, das überall behandelt werden muss, aber nicht als eigenes Schulfach. "Wenn man das Fach Latein sinnvoll unterrichten will, braucht man ein gewisses Quantum an Stunden."
Doch trotz dieser Kritik an den Plänen des Bildungsministers Christoph Wiederkehr sieht Töchterle keine Bedrohung für die Existenz des Abendlandes. "Latein wird das Abendland nicht retten", erklärt er. "Wenn, dann geht es wegen anderer Dinge unter."
Karlheinz Töchterle, ehemaliger Wissenschaftsminister und klassischer Philologe, sieht den Rückzug von Latein als Unterrichtsfach nicht als eine große Überraschung. "Latein war seit der Antike zentrales Schulfach und erlebte durch Humboldts Reformen im Neuhumanismus gemeinsam mit Griechisch nochmals einen starken Aufschwung", erklärt er. Doch von diesem Höhepunkt im frühen 19. Jahrhundert ab, ging es bergab. "Die Fächer drängten ins Gymnasium hinein" und so ging der Rückzug von Latein weiter.
Töchterle selbst hat Erfahrungen mit Latein gemacht. Als Professor und auch als Politiker befasste er sich mit der Sprache und den Antiken. Er sieht die Welt aus einer "gewissen Distanz". Auch das kleinere Weltgeschehen wie die Debatte um eine Stunde Latein weniger oder doch nicht beeinflusst ihn.
Aber was ist mit der Bedeutung von Latein in der heutigen Gesellschaft? Töchterle sieht hier einen wichtigen Punkt. "Latein ist ein wichtiges Kulturgut, das noch rudimentär da ist", erklärt er. "Es kann verkleinert und verkleinert werden, aber irgendwann ist es eben weg." Das soll nicht passieren.
Töchterle schlägt vor, dass die Schulen eine stärkere Differenzierung der Sekundarstufe 2 durchführen und ein humanistisches Gymnasium etablieren sollten. Mit mehr Latein als jetzt und auch Griechisch. "Das heutige humanistische Gymnasium ist ja von der ursprünglichen Idee Humboldts sehr weit weg", kritisiert er.
KI ist kein Grund, Latein abzuschaffen. "Das ist lächerlich", sagt Töchterle. Er sieht KI als ein Unterrichtsprinzip, das überall behandelt werden muss, aber nicht als eigenes Schulfach. "Wenn man das Fach Latein sinnvoll unterrichten will, braucht man ein gewisses Quantum an Stunden."
Doch trotz dieser Kritik an den Plänen des Bildungsministers Christoph Wiederkehr sieht Töchterle keine Bedrohung für die Existenz des Abendlandes. "Latein wird das Abendland nicht retten", erklärt er. "Wenn, dann geht es wegen anderer Dinge unter."