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Verhütung mit einer Spirale: Warum Schmerzen bei Frauen unerlässlich sind.
Die Spirale ist eine der beliebtesten Verhütungsmethoden in Österreich, aber warum werden sie häufig ohne örtliche Betäubung eingesetzt? Was ist die Ursache für die hohen Schmerzquoten und wie kann es besser gehen?
Im Frühling dieses Jahres kündigte die Fachgruppe Gynäkologe/Obstetrin der Bundesärztekammer eine neue Empfehlung zum Verhütungsverfahren mit einer Spirale an: Frauen sollten vor dem Eingriff eine Schmerzbehandlung erhalten, ähnlich wie bei anderen chirurgischen Eingriffen. Die Österreichische Gesellschaft für Familienplanung und Sexualmedizin hatte bislang keine spezielle Empfehlung zum Verhütungsverfahren mit einer Spirale vorgelegt.
Jede sechste Frau in Österreich verhütet sich mit einer Spirale, die dritthäufigste Verhütungsmethode nach der Pille und dem Kondom. Die Spirale ist ein kleiner, etwa drei Zentimeter langer Kunststoffkörper in T-Form. Je nach Modell ist sie entweder mit Kupferdraht umwickelt oder hat einen Zylinder, der kleine Mengen des Hormons Gestagen in die Gebärmutter abgibt.
Das Einsetzen einer Spirale kann sehr schmerzhaft sein, auch wenn sich Frauen vorher gut auf den Eingriff vorbereiten. Häufig werden sie ohne örtliche Betäubung eingesetzt, obwohl Patientinnen teils von starken Schmerzen berichten.
Im Frühling dieses Jahres kündigte die Fachgruppe Gynäkologe/Obstetrin der Bundesärztekammer eine neue Empfehlung zum Verhütungsverfahren mit einer Spirale an: Frauen sollten vor dem Eingriff eine Schmerzbehandlung erhalten, ähnlich wie bei anderen chirurgischen Eingriffen.
Doch warum ist es immer noch nicht so, dass alle Frauen eine örtliche Betäubung erhalten? Ein wichtiger Grund dafür sind die falschen Annahmen über das Schmerzempfinden von Frauen. "Eigentlich müsste beim Einsetzen der Spirale individuell beraten werden", sagt Sabine Ludwig, Leiterin des Instituts für Diversität in der Medizin an der Medizinischen Universität Innsbruck.
Denn Menschen empfinden Schmerz unterschiedlich und werden in ihrem Schmerz auch unterschiedlich ernst genommen. Schwarze Frauen erhalten häufig weniger Schmerzbehandlung als weiße Frauen. Und auch bei Frauen, die Traumata oder Gewalt erfahren haben, ist häufig ein anderes Schmerzempfinden festzustellen.
Eine weitere Ursache für das hohen Schmerzquoten sind Geschlechterklischees. Kleine Mädchen bekämen Mitgefühl, wenn sie sich wehtun – kleine Buben sollten es aushalten. "Über Schmerz zu reden, ist bei Männern häufig noch ein Tabu", sagt Ludwig.
Was kann denn dagegen getan werden? Die American College of Gynecologists and Obstetricians empfiehlt Sprays und Cremes zur lokalen Betäubung. In den USA wird das Einsetzen von Spiralen auch als Ultraschall-Verfahren durchgeführt, bei dem die Sonde einzuführen und das Einlegen der Spirale nicht notwendig sind.
"Das Gerät, das in den meisten Praxen ohnehin neben dem Behandlungsstuhl steht, kann problemlos verwendet werden, um die Größe der Gebärmutter auszumessen", erklärt Jörg Nill, ein Gynäkologe. "Man weiß ganz genau, wo die Gebärmutter oben aufhört, denn man sieht es ja."
In den Anleitungen, die den meisten Spiralenmodellen beiliegen, wird diese Möglichkeit darum nicht erwähnt. Und in der Klinikausbildung lerne man das Einsetzen von Spiralen kaum oder gar nicht.
Eine im European Journal of Contraception & Reproductive Health Care erschienenen Studie zufolge unterschätzen Medizinerinnen und Mediziner zudem die Schmerzen, die Patientinnen beim Einlegen der Spirale empfinden – auch wenn die Frauen mit dem Eingriff insgesamt zufrieden sind.
Die Spirale ist eine der beliebtesten Verhütungsmethoden in Österreich, aber warum werden sie häufig ohne örtliche Betäubung eingesetzt? Was ist die Ursache für die hohen Schmerzquoten und wie kann es besser gehen?
Im Frühling dieses Jahres kündigte die Fachgruppe Gynäkologe/Obstetrin der Bundesärztekammer eine neue Empfehlung zum Verhütungsverfahren mit einer Spirale an: Frauen sollten vor dem Eingriff eine Schmerzbehandlung erhalten, ähnlich wie bei anderen chirurgischen Eingriffen. Die Österreichische Gesellschaft für Familienplanung und Sexualmedizin hatte bislang keine spezielle Empfehlung zum Verhütungsverfahren mit einer Spirale vorgelegt.
Jede sechste Frau in Österreich verhütet sich mit einer Spirale, die dritthäufigste Verhütungsmethode nach der Pille und dem Kondom. Die Spirale ist ein kleiner, etwa drei Zentimeter langer Kunststoffkörper in T-Form. Je nach Modell ist sie entweder mit Kupferdraht umwickelt oder hat einen Zylinder, der kleine Mengen des Hormons Gestagen in die Gebärmutter abgibt.
Das Einsetzen einer Spirale kann sehr schmerzhaft sein, auch wenn sich Frauen vorher gut auf den Eingriff vorbereiten. Häufig werden sie ohne örtliche Betäubung eingesetzt, obwohl Patientinnen teils von starken Schmerzen berichten.
Im Frühling dieses Jahres kündigte die Fachgruppe Gynäkologe/Obstetrin der Bundesärztekammer eine neue Empfehlung zum Verhütungsverfahren mit einer Spirale an: Frauen sollten vor dem Eingriff eine Schmerzbehandlung erhalten, ähnlich wie bei anderen chirurgischen Eingriffen.
Doch warum ist es immer noch nicht so, dass alle Frauen eine örtliche Betäubung erhalten? Ein wichtiger Grund dafür sind die falschen Annahmen über das Schmerzempfinden von Frauen. "Eigentlich müsste beim Einsetzen der Spirale individuell beraten werden", sagt Sabine Ludwig, Leiterin des Instituts für Diversität in der Medizin an der Medizinischen Universität Innsbruck.
Denn Menschen empfinden Schmerz unterschiedlich und werden in ihrem Schmerz auch unterschiedlich ernst genommen. Schwarze Frauen erhalten häufig weniger Schmerzbehandlung als weiße Frauen. Und auch bei Frauen, die Traumata oder Gewalt erfahren haben, ist häufig ein anderes Schmerzempfinden festzustellen.
Eine weitere Ursache für das hohen Schmerzquoten sind Geschlechterklischees. Kleine Mädchen bekämen Mitgefühl, wenn sie sich wehtun – kleine Buben sollten es aushalten. "Über Schmerz zu reden, ist bei Männern häufig noch ein Tabu", sagt Ludwig.
Was kann denn dagegen getan werden? Die American College of Gynecologists and Obstetricians empfiehlt Sprays und Cremes zur lokalen Betäubung. In den USA wird das Einsetzen von Spiralen auch als Ultraschall-Verfahren durchgeführt, bei dem die Sonde einzuführen und das Einlegen der Spirale nicht notwendig sind.
"Das Gerät, das in den meisten Praxen ohnehin neben dem Behandlungsstuhl steht, kann problemlos verwendet werden, um die Größe der Gebärmutter auszumessen", erklärt Jörg Nill, ein Gynäkologe. "Man weiß ganz genau, wo die Gebärmutter oben aufhört, denn man sieht es ja."
In den Anleitungen, die den meisten Spiralenmodellen beiliegen, wird diese Möglichkeit darum nicht erwähnt. Und in der Klinikausbildung lerne man das Einsetzen von Spiralen kaum oder gar nicht.
Eine im European Journal of Contraception & Reproductive Health Care erschienenen Studie zufolge unterschätzen Medizinerinnen und Mediziner zudem die Schmerzen, die Patientinnen beim Einlegen der Spirale empfinden – auch wenn die Frauen mit dem Eingriff insgesamt zufrieden sind.