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"Mit 65, aber nicht frei: Der unerwartete Übergang in den Ruhestand"
Eigentlich wollte Leo De Maeyer bis 67 arbeiten. Doch mit seinem 65. Geburtstag fiel sein Arbeitsvertrag automatisch weg - ohne ein Wort vorher. Der 69-Jährige kann es nicht glauben, dass er plötzlich mit einem Monatsgehalt von 1850 Euro auskommen muss. "Nach 45 Jahren Arbeit mit 1850 Euro zu leben, ist traurig", sagt De Maeyer.
Der Finanzsektormitarbeiter hatte sich auf eine ruhige Rente gefreut, aber jetzt sieht er die Dinge anders. Er hätte zwei Jahre länger arbeiten dürfen und wäre vielleicht sogar 50 Euro mehr verdient. Sein letztes Nettogehalt lag bei rund 3800 Euro. Mit dem Renteneintritt entfielen die Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie der Dienstwagen.
De Maeyer hatte bereits zuvor finanzielle Rückschläge verkraften müssen. Beteiligungen und Aktienoptionen verloren nach dem Zusammenbruch seiner Bank ihren Wert. Eine Investition in Kryptowährungen war ebenfalls enttäuschend: Zwar erhielt er sein eingesetztes Kapital zurück, mögliche hohe Kursgewinne gingen jedoch verloren.
Heute lebt De Maeyer mit seiner Frau in einer kleineren Wohnung an der Küste. Ein eigenes Auto besitzen die beiden nicht mehr. Großere Ausgaben werden sorgfältig abgewogen. Arbeitsmarktexperte Stijn Baert erklärt, dass viele ältere Beschäftigte in Belgien trotz rechtlicher Möglichkeiten mit 65 aussortiert würden. Dies verstärkt die Altersdiskriminierung und belastet die Sozialsysteme.
In Deutschland gibt es keine gesetzliche Pflicht, mit Erreichen des Rentenalters automatisch in den Ruhestand zu gehen. Arbeitgeber dürfen Beschäftigte nicht einseitig in die Rente schicken, nur weil sie ein bestimmtes Alter erreicht haben. Eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses ist erst dann zulässig, wenn im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag eine Renten- oder Altersgrenzenklausel vereinbart wurde und zu diesem Zeitpunkt Anspruch auf eine ungekürzte Altersrente besteht.
De Maeyer fragt sich, warum er plötzlich mit einem Monatsgehalt von 1850 Euro auskommen muss. "Es ist ein Schreckensrahmen", sagt er. Er hatte gespart und glaubte, dass seine Pension ihn für den Ruhestand ausreichend absechten würde. Doch jetzt sieht er die Dinge anders. "Ich habe zu viel gespart", sagt De Maeyer. "Jetzt muss ich mich ums andere kümmern."
Eigentlich wollte Leo De Maeyer bis 67 arbeiten. Doch mit seinem 65. Geburtstag fiel sein Arbeitsvertrag automatisch weg - ohne ein Wort vorher. Der 69-Jährige kann es nicht glauben, dass er plötzlich mit einem Monatsgehalt von 1850 Euro auskommen muss. "Nach 45 Jahren Arbeit mit 1850 Euro zu leben, ist traurig", sagt De Maeyer.
Der Finanzsektormitarbeiter hatte sich auf eine ruhige Rente gefreut, aber jetzt sieht er die Dinge anders. Er hätte zwei Jahre länger arbeiten dürfen und wäre vielleicht sogar 50 Euro mehr verdient. Sein letztes Nettogehalt lag bei rund 3800 Euro. Mit dem Renteneintritt entfielen die Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie der Dienstwagen.
De Maeyer hatte bereits zuvor finanzielle Rückschläge verkraften müssen. Beteiligungen und Aktienoptionen verloren nach dem Zusammenbruch seiner Bank ihren Wert. Eine Investition in Kryptowährungen war ebenfalls enttäuschend: Zwar erhielt er sein eingesetztes Kapital zurück, mögliche hohe Kursgewinne gingen jedoch verloren.
Heute lebt De Maeyer mit seiner Frau in einer kleineren Wohnung an der Küste. Ein eigenes Auto besitzen die beiden nicht mehr. Großere Ausgaben werden sorgfältig abgewogen. Arbeitsmarktexperte Stijn Baert erklärt, dass viele ältere Beschäftigte in Belgien trotz rechtlicher Möglichkeiten mit 65 aussortiert würden. Dies verstärkt die Altersdiskriminierung und belastet die Sozialsysteme.
In Deutschland gibt es keine gesetzliche Pflicht, mit Erreichen des Rentenalters automatisch in den Ruhestand zu gehen. Arbeitgeber dürfen Beschäftigte nicht einseitig in die Rente schicken, nur weil sie ein bestimmtes Alter erreicht haben. Eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses ist erst dann zulässig, wenn im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag eine Renten- oder Altersgrenzenklausel vereinbart wurde und zu diesem Zeitpunkt Anspruch auf eine ungekürzte Altersrente besteht.
De Maeyer fragt sich, warum er plötzlich mit einem Monatsgehalt von 1850 Euro auskommen muss. "Es ist ein Schreckensrahmen", sagt er. Er hatte gespart und glaubte, dass seine Pension ihn für den Ruhestand ausreichend absechten würde. Doch jetzt sieht er die Dinge anders. "Ich habe zu viel gespart", sagt De Maeyer. "Jetzt muss ich mich ums andere kümmern."