Deutsche haben im Vergleich zu anderen europäischen Ländern eine höhere Zahl an Krankentagen bei Beschäftigten. Doch nicht ganz ohne Grund. Der Verdacht, es ginge darum, weil die Regeln in Deutschland einfach zu gut sind und daher regelmäßig angewendet werden, wird von Experten widerlegt.
Eine Analyse zur Krankenstände in Deutschland wurde von Susanne Hildebrandt und Thuy Ha Nguyen im IGES-Institut durchgeführt. Der Schwerpunkt lag auf der Frage, warum Deutschland bei den Krankentagen an der Spitze steht. Eine erste Sichtung mag darauf hindeuten, dass es hierzulande schlecht aussehen würde, doch wenn man genauer hinsieht, ist die Situation nicht ganz so einfach.
Die Zahlen aus anderen Ländern sind schwer vergleichbar, da sich die Regeln in den jeweiligen Ländern stark unterscheiden. Eine OECD-Auswertung sah Deutschland bei bezahlten krankheitsbedingten Fehltagen mit Abstand an der Spitze. Doch wie kommen wir zu dieser Zahl?
Ein wichtiger Punkt ist, dass es vor 2022 schwierig war, die Krankenstände zu ermitteln. Vor dieser Zeit mussten Patienten ihre Krankschreibung direkt an die Krankenkasse schicken. Viele Fälle untergingen dadurch, und die neue elektronische Bescheinigung, die seitdem eingeführt wurde, hat eine nahezu perfekte Erfassung der Krankschreibungen ermöglicht.
In den letzten Jahren stieg die Zahl der Krankentage von 9,5 auf 11,2. Doch das war nur ein Leitwert, der sich seit 2022 stark verändert hat und jetzt bei rund 15 Fehltagen liegt. Es ist offensichtlich, dass sich die Debatte über die Krankenstände in Deutschland nicht so einfach lösen lässt, wie es oft suggeriert wird.
Eine weitere Frage ist, ob hohe Krankengeldzahlungen allein die Krankentage erklären können. Hildebrandt spricht aus und sagt, dass dies der falsche Ansatz sei. Sie glaubt, dass andere Länder mit ähnlichen Regeln teilweise niedrigere oder auch höhere Ausfallquoten haben.
Die Telefonische Krankschreibung ist ein weiterer Punkt, auf den Experten eingehen. Einige sehen hier Missbrauchspotenzial, während Hildebrandt diese Sache anders sieht. Sie glaubt, dass die Regelung nur bei Patienten möglich ist, die dem jeweiligen Arzt bekannt sind und daher eine enorme Hürde für Missbrauch darstellt.
Die Expertin sieht in der Telefonischen Krankschreibung einen möglichen positiven Effekt auf die Krankenstände. Sie glaubt, dass diese Regelung es ermöglicht, Atemwegsinfekte wie Grippe zu vermeiden. Wenn Patienten sich vor Ort krankschreiben müssen, werden sie einem Infektionsrisiko ausgesetzt.
Ein weiterer Ansatz ist das Eingeführen von Teilkrankschreibungen. Hildebrandt glaubt, dass dies eine Möglichkeit wäre, die Krankheitstage zu reduzieren. Sie spricht von psychisch Erkrankten, die unter den in Deutschland krankgeschriebenen Beschäftigten eine große Gruppe bilden.
In Skandinavien, insbesondere in Schweden gibt es gute Erfahrungen mit Teilkrankschreibungen. Rund ein Drittel der Krankgeschriebenen nutzt diese Regelung. Doch auch hier besteht die Gefahr, dass Arbeitgeber ihre Mitarbeiter nur zum Teil auszahlen, um so den Lohnverlust zu begrenzen.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund lehnt daher die Idee ab, dass Beschäftigte sich vollständig von der Krankheit erholen müssen. Ansonsten steigen das Risiko, länger und ernsthafter zu erkranken sowie andere anzustecken.
Eine Analyse zur Krankenstände in Deutschland wurde von Susanne Hildebrandt und Thuy Ha Nguyen im IGES-Institut durchgeführt. Der Schwerpunkt lag auf der Frage, warum Deutschland bei den Krankentagen an der Spitze steht. Eine erste Sichtung mag darauf hindeuten, dass es hierzulande schlecht aussehen würde, doch wenn man genauer hinsieht, ist die Situation nicht ganz so einfach.
Die Zahlen aus anderen Ländern sind schwer vergleichbar, da sich die Regeln in den jeweiligen Ländern stark unterscheiden. Eine OECD-Auswertung sah Deutschland bei bezahlten krankheitsbedingten Fehltagen mit Abstand an der Spitze. Doch wie kommen wir zu dieser Zahl?
Ein wichtiger Punkt ist, dass es vor 2022 schwierig war, die Krankenstände zu ermitteln. Vor dieser Zeit mussten Patienten ihre Krankschreibung direkt an die Krankenkasse schicken. Viele Fälle untergingen dadurch, und die neue elektronische Bescheinigung, die seitdem eingeführt wurde, hat eine nahezu perfekte Erfassung der Krankschreibungen ermöglicht.
In den letzten Jahren stieg die Zahl der Krankentage von 9,5 auf 11,2. Doch das war nur ein Leitwert, der sich seit 2022 stark verändert hat und jetzt bei rund 15 Fehltagen liegt. Es ist offensichtlich, dass sich die Debatte über die Krankenstände in Deutschland nicht so einfach lösen lässt, wie es oft suggeriert wird.
Eine weitere Frage ist, ob hohe Krankengeldzahlungen allein die Krankentage erklären können. Hildebrandt spricht aus und sagt, dass dies der falsche Ansatz sei. Sie glaubt, dass andere Länder mit ähnlichen Regeln teilweise niedrigere oder auch höhere Ausfallquoten haben.
Die Telefonische Krankschreibung ist ein weiterer Punkt, auf den Experten eingehen. Einige sehen hier Missbrauchspotenzial, während Hildebrandt diese Sache anders sieht. Sie glaubt, dass die Regelung nur bei Patienten möglich ist, die dem jeweiligen Arzt bekannt sind und daher eine enorme Hürde für Missbrauch darstellt.
Die Expertin sieht in der Telefonischen Krankschreibung einen möglichen positiven Effekt auf die Krankenstände. Sie glaubt, dass diese Regelung es ermöglicht, Atemwegsinfekte wie Grippe zu vermeiden. Wenn Patienten sich vor Ort krankschreiben müssen, werden sie einem Infektionsrisiko ausgesetzt.
Ein weiterer Ansatz ist das Eingeführen von Teilkrankschreibungen. Hildebrandt glaubt, dass dies eine Möglichkeit wäre, die Krankheitstage zu reduzieren. Sie spricht von psychisch Erkrankten, die unter den in Deutschland krankgeschriebenen Beschäftigten eine große Gruppe bilden.
In Skandinavien, insbesondere in Schweden gibt es gute Erfahrungen mit Teilkrankschreibungen. Rund ein Drittel der Krankgeschriebenen nutzt diese Regelung. Doch auch hier besteht die Gefahr, dass Arbeitgeber ihre Mitarbeiter nur zum Teil auszahlen, um so den Lohnverlust zu begrenzen.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund lehnt daher die Idee ab, dass Beschäftigte sich vollständig von der Krankheit erholen müssen. Ansonsten steigen das Risiko, länger und ernsthafter zu erkranken sowie andere anzustecken.