FabelForscher
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Künstliche Intelligenz (KI) im Naturschutz: Ein zweischneidiges Schwert
Die Technologie, die uns in der Lage macht, schneller und schlauer zu arbeiten, könnte auch das Artensterben rückgängig machen. Doch bei KI-Initiativen im Naturschutz ist es nicht so einfach.
Ein Beispiel dafür sind Walhaie: Die Biologin Frauke Fischer erklärt im Gespräch mit dem STANDARD, wie KI hier eingesetzt wird – und warum sie trotz aller technologischen Möglichkeiten keine Wunderwaffe ist.
Die weißen Punkte auf der Haut eines Walhais sind so individuell wie ein menschlicher Fingerabdruck. Mithilfe von KI-gestützter Bilderkennung lassen sich einzelne Tiere identifizieren und ihre Wanderrouten verfolgen, um sie etwa vor Kollisionen mit Schiffen zu schützen.
Diese Daten werden dann Reedereien kostenpflichtig zur Verfügung gestellt. Die haben zwar weniger ein Interesse am Naturschutz, aber wollen Kollisionen mit den Tieren vermeiden, da die großen Tiere die Schiffe beschädigen können.
Aber was passiert mit diesen Fotos? Der Walhai ist der größte Fisch der Welt und wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt. Er ist auch sehr selten, bis 1986 gab es nur 300 durch Fotos dokumentierte Exemplare. Heute hingegen tauchen auch Hobbytaucher oft mit Kameras und machen Selfies mit Walhaien.
Die KI kann einzelne Individuen unterscheiden, da jedes Tier ein einzigartiges Muster aus weißen Strichen und Punkten auf seiner Haut hat. Deswegen hat man übrigens auch eine KI umtrainiert, die ursprünglich den Sternenhimmel analysierte hat.
Heute kennen wir über 3000 Individuen. Aber was passiert mit diesen Fotos? Hobbytaucher fügen oft auch den Standort zu ihren Fotos hinzu, wir wissen also, wie wo sich die Tiere aufhalten. Zusammen mit Daten zu Wassertemperatur, Salzgehalt und Strömungen kann man sogar die Bewegung der Walhaie voraussagen.
Diese Daten werden dann Reedereien kostenpflichtig zur Verfügung gestellt. Die haben zwar weniger ein Interesse am Naturschutz, aber wollen Kollisionen mit den Tieren vermeiden, da die großen Tiere die Schiffe beschädigen können.
Ein weiteres Beispiel dafür sind die Zerstörung tropischer Regenwälder. Die Daten, die wir bisher hatten, waren oft zwischen drei und 15 Monaten alt. Wir wussten also: Vor einem halben Jahr sind hier 500 Hektar Regenwald zerstört worden.
Aber was passiert mit diesen Fotos? Die KI kann diese Daten aus den sozialen Medien sammeln und analysieren, um zu sehen, dass heute Morgen jemand angefangen hat, Regenwald zu zerstören. Und können die Forstbehörde dorthin schicken.
Und wer überweist dem Gorilla Geld? Im Moment ist es noch die Weltbank. Aber perspektivisch könnte jeder von uns über eine App den Gorillas einen Euro spendieren. Dieses Geld sammelt sich auf einem Konto der Tiere, am Ende bekommen es die Menschen, die diese Lebensbedingungen für die Gorillas erhalten haben.
Aber es gibt auch ein großes Problem: Die Rechenzentren, in denen KI-Modelle laufen und trainiert werden, verbrauchen enorme Mengen an Energie. Und KI benötigt nicht nur viel Energie, sondern auch Rohstoffe.
Der Großteil noch nicht ausgebeuteter Bodenschätze liegt im Kongobecken unter dem Kongoregenwald. Wenn wir diese Ressourcen ausbeuten, dann ist eigentlich Game over. Die Tiefsee ist das zweite große Ökosystem nach den tropischen Regenwäldern, das für den Gewinn seltener Erden zerstört wird.
Die KI kann die Natur nicht retten, aber sie ist eine hervorragende Dienstleisterin, die uns, richtig eingesetzt, enorm helfen kann.
Die Technologie, die uns in der Lage macht, schneller und schlauer zu arbeiten, könnte auch das Artensterben rückgängig machen. Doch bei KI-Initiativen im Naturschutz ist es nicht so einfach.
Ein Beispiel dafür sind Walhaie: Die Biologin Frauke Fischer erklärt im Gespräch mit dem STANDARD, wie KI hier eingesetzt wird – und warum sie trotz aller technologischen Möglichkeiten keine Wunderwaffe ist.
Die weißen Punkte auf der Haut eines Walhais sind so individuell wie ein menschlicher Fingerabdruck. Mithilfe von KI-gestützter Bilderkennung lassen sich einzelne Tiere identifizieren und ihre Wanderrouten verfolgen, um sie etwa vor Kollisionen mit Schiffen zu schützen.
Diese Daten werden dann Reedereien kostenpflichtig zur Verfügung gestellt. Die haben zwar weniger ein Interesse am Naturschutz, aber wollen Kollisionen mit den Tieren vermeiden, da die großen Tiere die Schiffe beschädigen können.
Aber was passiert mit diesen Fotos? Der Walhai ist der größte Fisch der Welt und wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt. Er ist auch sehr selten, bis 1986 gab es nur 300 durch Fotos dokumentierte Exemplare. Heute hingegen tauchen auch Hobbytaucher oft mit Kameras und machen Selfies mit Walhaien.
Die KI kann einzelne Individuen unterscheiden, da jedes Tier ein einzigartiges Muster aus weißen Strichen und Punkten auf seiner Haut hat. Deswegen hat man übrigens auch eine KI umtrainiert, die ursprünglich den Sternenhimmel analysierte hat.
Heute kennen wir über 3000 Individuen. Aber was passiert mit diesen Fotos? Hobbytaucher fügen oft auch den Standort zu ihren Fotos hinzu, wir wissen also, wie wo sich die Tiere aufhalten. Zusammen mit Daten zu Wassertemperatur, Salzgehalt und Strömungen kann man sogar die Bewegung der Walhaie voraussagen.
Diese Daten werden dann Reedereien kostenpflichtig zur Verfügung gestellt. Die haben zwar weniger ein Interesse am Naturschutz, aber wollen Kollisionen mit den Tieren vermeiden, da die großen Tiere die Schiffe beschädigen können.
Ein weiteres Beispiel dafür sind die Zerstörung tropischer Regenwälder. Die Daten, die wir bisher hatten, waren oft zwischen drei und 15 Monaten alt. Wir wussten also: Vor einem halben Jahr sind hier 500 Hektar Regenwald zerstört worden.
Aber was passiert mit diesen Fotos? Die KI kann diese Daten aus den sozialen Medien sammeln und analysieren, um zu sehen, dass heute Morgen jemand angefangen hat, Regenwald zu zerstören. Und können die Forstbehörde dorthin schicken.
Und wer überweist dem Gorilla Geld? Im Moment ist es noch die Weltbank. Aber perspektivisch könnte jeder von uns über eine App den Gorillas einen Euro spendieren. Dieses Geld sammelt sich auf einem Konto der Tiere, am Ende bekommen es die Menschen, die diese Lebensbedingungen für die Gorillas erhalten haben.
Aber es gibt auch ein großes Problem: Die Rechenzentren, in denen KI-Modelle laufen und trainiert werden, verbrauchen enorme Mengen an Energie. Und KI benötigt nicht nur viel Energie, sondern auch Rohstoffe.
Der Großteil noch nicht ausgebeuteter Bodenschätze liegt im Kongobecken unter dem Kongoregenwald. Wenn wir diese Ressourcen ausbeuten, dann ist eigentlich Game over. Die Tiefsee ist das zweite große Ökosystem nach den tropischen Regenwäldern, das für den Gewinn seltener Erden zerstört wird.
Die KI kann die Natur nicht retten, aber sie ist eine hervorragende Dienstleisterin, die uns, richtig eingesetzt, enorm helfen kann.