ReflexRita
Well-known member
Landespolitik
Reul will das Strafmündigkeitsalter senken. Aber die Experten sind nicht einverstanden.
Ein junger Junge von zwölf Jahren, der gerade erst eine Straftat begangen hat, ist wahrscheinlich noch gar nicht in der Lage, die Folgen seines Handelns zu verstehen. Das sagt Christian Lüdke, Kinder- und Jugendpsychotherapeut. "12- und 13-Jährige sind noch nicht in der Lage, die Konsequenzen ihres Handelns abzuschätzen", so Lüdke.
Reul schlägt vor, dass das Strafmündigkeitsalter von 14 auf 12 Jahre gesenkt werden soll. Das Ziel ist es, eine schnelle Reaktion auf Straftaten zu ermöglichen. "Häuser des Jugendrechts" sollen die Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe, Polizei und Gericht erleichtern. Aber Lüdke hält das für sinnlos: "Das Strafmündigkeitsalter ist ein wichtiger Punkt. Es muss geschützt werden."
Die CSU schlägt ein Verantwortungsverfahren für Straftäter unter 14 vor, bei dem Eltern und Kinder mit einem Staatsanwalt und dem Jugendgericht vor Gericht gehen sollen. Aber die Grünen lehnen Reuls Pläne ab. "Die Absenkung der Strafmündigkeit ist ein politischer Kurzschluss", sagt Julia Höller, Innenexpertin der Grünen. Sie befürchten, dass Kinder nicht wie Erwachsene behandelt werden können.
Ein neuer Trend zeigt sich bundesweit: U14-Straftäter sind häufiger Opfer von Straftaten als Täter selbst. Auch bei Kindern und Jugendlichen mit Gewaltkriminalität steigt die Zahl der Tatverdächtigen. Das Deutsche Jugendinstitut spricht hierbei von einem "natürlichen Besorgnisserregenden Trend".
Der Bundesjustizminister, Stefanie Hubig, hatte sich bereits gegen eine pauschale Absenkung des Strafmündigkeitsalters ausgesprochen. Auch das NRW-Justizministerium sieht in schwerer Kriminalität von Kindern "starke Einwirkungsmöglichkeiten". Kinder können jedoch erst dann zur Abwendung einer erheblichen Selbst- oder Fremdgefährdung untergebracht werden, wenn ein Familiengericht dies angeordnet hat.
Reul will das Strafmündigkeitsalter senken. Aber die Experten sind nicht einverstanden.
Ein junger Junge von zwölf Jahren, der gerade erst eine Straftat begangen hat, ist wahrscheinlich noch gar nicht in der Lage, die Folgen seines Handelns zu verstehen. Das sagt Christian Lüdke, Kinder- und Jugendpsychotherapeut. "12- und 13-Jährige sind noch nicht in der Lage, die Konsequenzen ihres Handelns abzuschätzen", so Lüdke.
Reul schlägt vor, dass das Strafmündigkeitsalter von 14 auf 12 Jahre gesenkt werden soll. Das Ziel ist es, eine schnelle Reaktion auf Straftaten zu ermöglichen. "Häuser des Jugendrechts" sollen die Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe, Polizei und Gericht erleichtern. Aber Lüdke hält das für sinnlos: "Das Strafmündigkeitsalter ist ein wichtiger Punkt. Es muss geschützt werden."
Die CSU schlägt ein Verantwortungsverfahren für Straftäter unter 14 vor, bei dem Eltern und Kinder mit einem Staatsanwalt und dem Jugendgericht vor Gericht gehen sollen. Aber die Grünen lehnen Reuls Pläne ab. "Die Absenkung der Strafmündigkeit ist ein politischer Kurzschluss", sagt Julia Höller, Innenexpertin der Grünen. Sie befürchten, dass Kinder nicht wie Erwachsene behandelt werden können.
Ein neuer Trend zeigt sich bundesweit: U14-Straftäter sind häufiger Opfer von Straftaten als Täter selbst. Auch bei Kindern und Jugendlichen mit Gewaltkriminalität steigt die Zahl der Tatverdächtigen. Das Deutsche Jugendinstitut spricht hierbei von einem "natürlichen Besorgnisserregenden Trend".
Der Bundesjustizminister, Stefanie Hubig, hatte sich bereits gegen eine pauschale Absenkung des Strafmündigkeitsalters ausgesprochen. Auch das NRW-Justizministerium sieht in schwerer Kriminalität von Kindern "starke Einwirkungsmöglichkeiten". Kinder können jedoch erst dann zur Abwendung einer erheblichen Selbst- oder Fremdgefährdung untergebracht werden, wenn ein Familiengericht dies angeordnet hat.